EZB Gebäude am Abend: Der Leitzins bleibt unverändert

EZB-Entscheid: Leitzins bleibt stabil bei 2,0 Prozent

Auf ihrer heutigen Sitzung hat die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet auf eine Zinssenkung verzichtet. Damit bleibt der wichtige Leitzins vorerst bei 2,00 Prozent. Für Sparer, die auf sichere Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld setzen, ist das eine gute Nachricht. Hier erfährst Du, welche Themen den Zentralbänkern mit Blick auf die Zukunft Sorgen bereiten und wie sich die Zinsen weiter entwickeln könnten.

Alle Leitzinsen bleiben unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrer ersten geldpolitischen Sitzung des Jahres alle drei Leitzinsen unverändert gelassen.
Der zentrale Einlagenzins, als jene Rate, die Banken bekommen, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken, bleibt bei 2,00 Prozent. Auch der Hauptrefinanzierungssatz von 2,15 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz von 2,40 Prozent wurden nicht verändert.

Diese Entscheidung entspricht den Markterwartungen, denn angesichts der zuletzt deutlich gesunkenen Inflation und des moderaten Wirtschaftswachstums war mit keiner Änderung zu rechnen. Die EZB setzt damit ihre Zinspause fort, inzwischen zum fünften Mal in Folge.

Warum die EZB so entschieden hat

In der offiziellen Mitteilung betont die Notenbank die folgenden Punkte:

  • Die Inflation im Euroraum ist deutlich zurückgegangen und liegt aktuell unter dem 2-Prozent-Ziel, etwa bei etwa 1,7 Prozent im Januar.
  • Die Wirtschaft zeigt relative Stabilität: niedrige Arbeitslosigkeit, solide Unternehmens- und Haushaltsbilanzen und anhaltende Nachfrage.
  • Es gibt Unsicherheiten durch geopolitische Risiken und globale Handelskonflikte.
  • Die EZB verzichtet darauf, sich auf einen festen Zinskurs für die kommenden Monate festzulegen. Sie will datenabhängig und von Sitzung zu Sitzung entscheiden.

Das bedeutet die Entscheidung für Sparer

Auch nach diesem EZB-Entscheid ist klar: Höhere Zinsen für klassische Sparprodukte wie Tagesgeld oder Festgeld sind eher unwahrscheinlich, zumindest kurzfristig. Obwohl der Einlagenzins bei 2 Prozent liegt, geben viele Banken diesen nicht vollständig an ihre Kunden weiter. Effektiv bekommen Sparer häufig deutlich weniger als 1 Prozent auf ihr Guthaben, teils sogar nur wenige Zehntelprozentpunkte.

Warum ist das so?

Banken orientieren sich zwar am EZB-Einlagenzins, kalkulieren aber interne Kosten und Wettbewerb mit ein. Solange der Markt an niedrigen Spartarifen festhält, ändert sich für viele Sparer wenig – trotz stabiler Notenbankzinsen.
Gut für Dich: Immer wieder gibt es Banken, die in Neukunden-Aktionen höhere Zinsen um die 3 Prozent für Tages- und Festgelder vergeben, bei der BBVA sogar auf dem kostenlosen Girokonto.

Geeignete Spar-Strategien

Wenn Du für Dein Geld sichere Anlagen mit etwas mehr Rendite suchst, könnten deshalb folgende Optionen interessant sein:

  • Tagesgeldkonten bei Online-Direktbanken: häufig höhere Zinsen als Filialbanken und Sparkassen
  • Kurzfristige Festgelder (z. B. 1 Jahr): oft etwas bessere Zinsen als Tagesgeld
  • Inflationsgeschützte Anlagen oder Geldmarktfonds, die sich besser an die Zinslandschaft anpassen

💡 Wichtig: Höhere Erträge gehen meist mit längeren Laufzeiten oder – zum Beispiel im Falle von Aktien – mit höheren Risiken einher.

Aktuell niedrige Inflation

Die Inflation im Euroraum hat sich im Januar deutlich abgekühlt. Im ersten Monat des Jahres stiegen die Verbraucherpreise im Durchschnitt um 1,7 Prozent gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres. Damit liegt die Teuerung euroweit so niedrig wie seit fast fünf Jahren nicht mehr.

Um das selbstgesteckte Ziel von 2,0 Prozent Inflation zu erreichen, könnte die EZB deshalb in den kommenden Monaten wieder über Zinssenkungen nachdenken. Allerdings wiesen die Währungshüter um EZB-Präsidentin Christine Lagarde in diesem Zusammenhang auch auf die volatile Weltlage hin, die eine verlässliche Prognose der Inflationsaussichten erschwerten.

Steigender Euro-Kurs im Blick

Ein weiteres zentrales Thema der EZB-Sitzung war der ungebremste Anstieg des Euro-Kurses. Vergangene Woche erreichte die Gemeinschaftswährung ein Dreijahreshoch von über 1,20 Dollar. Derzeit hält sich der Euro bei etwa 1,18 Dollar.

Der starke Euro könnte Lagarde zufolge einerseits Einfuhren in die Eurozone billiger machen und so zu einer weiteren Senkung der Inflationsrate führen. Andererseits belastet die Entwicklung die europäische Export-Wirtschaft. Um diesen Effekt in Grenzen zu halten, könnte die EZB letztlich doch wieder zum Handeln gezwungen werden.

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